Vorsichtsmaßnahmen Bilharziose-Erreger
kommen in manchen Teichen und Flüssen vor.
Herdförmiges Vorkommen im Norden und Osten, im Mato Grosso und
Amazonasbecken. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern
sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit
gechlortem Wasser sind unbedenklich.
Von der diesjährigen Saison im Süden, die vor allem
durch die erst im Mai auslaufende Regenzeit geprägt wird, ist
nach wie vor der Staat Mato Grosso do Sul am stärksten von Dengue-Fieber-Fällen
betroffen. Bis Mitte März 2007 wurden dort mehr als 44.000
Erkrankungen registriert, davon 33.000 aus der Hauptstadt Campo Grande,
die damit den größten Ausbruch ihrer Geschichte
erlebt. Weitere Schwerpunkte dieser grippe-ähnlichen
Viruskrankheit liegen in den Staaten Rio de Janeiro, Minas Gerais, Sao
Paulo und Tocantins sowie im Nordosten Ceara. Schutz vor tag- und
nachtaktiven Überträgermücken beachten.
Landesweit tritt die durch Insekten verursachte Filariose
auf. Ein Insektenschutz reduziert die Übertragungsgefahr.
Empfohlener Impfschutz gegen Hepatitis
A, bei Langzeitaufenthalt
über einem Monat auch Hepatitis
B. Vorkommen von Hepatitis B vor
allem im Amazonasbecken.
HIV/Aids
ist weit verbreitet und eine große Gefahr für alle,
die Infektionsrisiken eingehen: Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder
Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches
Gesundheitsrisiko bergen.
Leishmaniose
kommt landesweit, besonders aber im Nordosten, in der
Küstenregion, in Mato Grosso do Sul und im Westen
Saõ Paulos vor. Auch hier empfiehlt sich ein Insektenschutz.
Eine Masern-Epidemie
erlebt zurzeit das Bundesland Bahia und die Karnevalshochburg Salvador.
Reisende sollten sich zehn Tage vor der Fahrt in die betroffenen
Gebiete impfen lassen.
Epidemische Ausbrüche der Meningokokken-Meningitis
kommen vor allem in den Slums der östlichen
Großstädte vor. Um sich zu schützen, sollte
man sich impfen lassen und große Menschenansammlungen meiden.
Fälle der Pest sind
vereinzelt im Nordosten in Bahia und Paraiba aufgetreten. Der Schutz
vor Ratten und Flöhen durch sichere Schlafplätze und
häufigeres Wäschewechseln sowie das Fernhalten von
bereits Erkrankten reduzieren die Ansteckungsgefahr. Bei beruflich in
Pestgebieten Tätigen empfiehlt sich die prophylaktische
Einnahme von Antibiotika.
Tollwut
kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde,
Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für
Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei
längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei
Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in
Anspruch nehmen.
GesundheitsvorsorgeDie medizinische
Versorgung im Lande ist, soweit es sich um die
größeren Städte handelt, mit der in Europa
zu vergleichen. Sie ist auf dem Lande jedoch vielfach technisch,
apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Deutsch-,
französisch- oder englischsprachige Ärzte sind in
allen größeren Städten zu finden. Die
deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen auf Wunsch Listen der
ihnen bekannten deutsch- und englischsprachigen Ärzte zur
Verfügung. Das Hauptkrankenhaus in São Paulo ist
das Hospital das Clinicas.
Die Kosten der medizinischen Behandlungen sind hoch, der Abschluss
einer Reisekrankenversicherung und eine zuverlässige
Reiserückholversicherung werden dringend empfohlen.
GesundheitszeugnisFür eine
Arbeitserlaubnis sind ein Gesundheitszeugnis
sowie ein negativer HIV-Test
in deutscher und portugiesischer Sprache erforderlich.
Anmerkung[1]
Eine Impfbescheinigung gegen Gelbfieber
wird von allen Reisenden verlangt, die älter als neun Monate
sind und innerhalb von zehn Tagen nach Aufenthalt in einem von der WHO
ausgewiesenen Infektionsgebiet sowie aus Panama einreisen, sofern sie
nicht im Besitz einer ärztlichen Bescheinigung sind, die
bestätigt, dass eine Kontraindikation vorliegt. Ausgenommen
sind Reisende, die den Transitraum in den Infektionsgebieten nicht
verlassen haben.
Impfschutz gegen Gelbfieber wird Besuchern von erhöhten
Risikogebieten empfohlen: Magdalena, Cesa, La Guyjira, Atlantico,
Santander und Norte de Santander sowie die Touristenparks in Tairona,
Sierra Nevada de Santa Marta, Isla Salamanca, Santuarios de Fauna,
Flora Cienaga Grande de Santa Marta und Los Flamenco. Impfschutz wird
beim Besuch in jedem Gelbfiebergebiet von Brasilien angeraten. Zu
diesen zählen die Staaten Amapá, Amazonas,
Goiás, Maranhão, Mato Grosso do Sul, Roraima,
Pará, Rondônia, Tocantis und bestimmte Regionen
von Minas Gerais, Parana und Sao Paulo sowie im
Dreiländerdreieck im Grenzgebiet zu Paraguay und in den
angrenzenden argentinischen Provinzen entlang des Uruguay. [2]
Eine Impfbescheinigung gegen Cholera
ist für die Einreise nicht erforderlich, das Risiko einer
Infektion besteht jedoch. Da die Wirksamkeit der Schutzimpfung
umstritten ist, empfiehlt es sich, rechtzeitig vor Antritt der Reise
ärztlichen Rat einzuholen. Die Infektionsgebiete liegen in den
Staaten Alagoas, Bahia, Paraíba, Pernambuco und Sergipe. [3]Typhus
kommt vor. Eine Impfung wird bei Rucksackreisen und
Langzeitaufenthalten empfohlen. [4]
Die weniger gefährliche Malaria-Art
Plasmodium vivax
und die gefährlichere Form Plasmodium
falciparum herrschen vor. Es
gibt weitaus mehr Infizierungen mit Plasmodium
vivax als mit Plasmodium
falciparum. Die weniger
häufig vorkommende Form Plasmodium
falciparum ist gegen Chloroquin-
und Sulfadoxin/Pyrimethamin äußerst resistent.
Empfohlen wird der Impfstoff Mefloquine. Malariaschutz ist
ganzjährig erforderlich in den meisten bewaldeten Gebieten
unter 900 m, in einigen ländlichen Gegenden der Bundesstaaten
Acre (in den Tallagen und entlang des Highways zwischen
Tarauacá und Cruzeiro), Amapá (im Norden und im
Jari-Tal), Amazonas, Maranhão (der westliche Teil), Mato
Grosso (der nördliche Teil), Pará (außer
Belém-Stadt), Rondônia (im Norden und Nordwesten),
Roraima (im Westen) und Tocantins (vor allem nördliche und
zentrale Araguaia-Region und in einigen südlichen Bezirken)
sowie am Stadtrand von Boa Vista, Macapá, Manaus, Maraba,
Pôrto Velho, Rio Branco und Santarém. In den
Amazonasgebieten sowie in den Bergbau- und Agrargebieten und in den
Provinzen Amapá, Rondonia und Roraima besteht ein hohes
Malariarisiko. [5]
Wasser sollte vor der Benutzung zum Trinken, Zähneputzen und
zur Eiswürfelbereitung entweder abgekocht oder anderweitig
sterilisiert werden. Milch ist außerhalb der Stadtgebiete
nicht pasteurisiert und sollte abgekocht werden. Trocken- und
Dosenmilch nur mit keimfreiem Wasser weiterverarbeiten. Einheimische
Milchprodukte außerhalb der Städte vermeiden.
Fleisch- oder Fischgerichte sollten nur gut durchgekocht und
heiß serviert gegessen werden. Den Genuss von
Schweinefleisch, Mayonnaise und Salat am besten vermeiden.
Gemüse sollte gekocht und Obst geschält werden.
Aktueller HinweisAuswärtiges
Amt, Stand: 28.02.2007
Während der diesjährigen Saison, die vor allem durch
die Regenzeit im Süden geprägt ist und die erst im
Mai ausläuft, wurden landesweit bis Ende Januar 2006 21.444
Erkrankungen gemeldet, davon 11 als Dengue
Hämorrhagische Fieber
mit 3 Todesfällen. Am stärksten betroffen ist der
Staat Mato Grosso do Sul mit 15.335 Fällen, gefolgt von Rio de
Janeiro (1.284), Minas Gerais (748), Sao Paulo (699) und Tocantins
(455). Die Fallzahlen im nordöstlichen Bundesstaat Ceara sind
ebenfalls angestiegen. Dort wurden bis Mitte Februar 615 Erkrankungen
mit 10 DHF-Verläufen. Das Gesundheitsministerium weist darauf
hin, dass 80% der Infektionen in Zusammenhang mit Brutplätzen
durch „stehendes Wasser“ in der unmittelbaren
Umgebung der Erkrankten stehen. Allen Reisenden wird konsequenter
Mückenschutz insbesondere tagsüber empfohlen.
Institut für medizinische Information, Stand:
24.04.2007:
Aus Jatai in der mittelwestlichen Region Goias wurde ein Fall von Gelbfieber
gemeldet. Es wird dringend zur Gelbfieberimpfung und zu einem
ausreichenden Mückenschutz geraten.