
Recife ist die Hauptstadt
des Bundesstaates Pernambuco, im Nordosten Brasiliens. Sie ist eine
Hafenstadt am Atlantischen Ozean und hat 1.533.580 Einwohner.
Geschichte
Die Gegend von Recife
wurde 1537 von den Portugiesen besiedelt. Doch zwischen 1630 und 1654
befand sich hier der Hauptstützpunkt und das Handelszentrum
der Niederländer, die versuchten, den Portugiesen die
alleinige Herrschaft über Brasilien streitig zu machen, und im
Nordosten ihre Kolonie Niederländisch-Brasilien errichteten.
Vor allem durch den visionären Generalgouverneur Moritz von
Nassau erhielt der Ort einen städtebaulichen Schub. Moritz
galt als der eigentliche Stadtgründer. Er nannte die Stadt
Mauritsstad (Moritzstadt, portugiesisch: Maurícia) und
versuchte, die neue Kolonie wirtschaftlich und kulturell
weiterzuentwickeln. Die vielen Sümpfe und Inseln wurden von
den Niederländern durch das Anlegen von Kanälen
bewohnbar gemacht. Aus dieser Zeit sind auch zahlreiche
Gebäude erhalten.
1654, nach der Schlacht von Guararapes, mussten die
Niederländer die Kolonie jedoch aufgeben. Maurícia
wurde portugiesisch. Erst 1710 wurde die Stadt in Vila do Recife
umbenannt. 1823 wurde Recife anstelle von Olinda Hauptstadt von
Pernambuco.
1930 überquerte LZ127 „Graf Zeppelin“ zum
ersten Mal nonstop den Südatlantik von Sevilla (Spanien) nach
Recife. In Recife befindet sich der Zeppelinturm, an dem die
Luftschiffe im Transatlantikverkehr anlegen konnten.
Seit 2009 ist João da Costa (PT) Bürgermeister, er
wurde 2008 mit 51,54 Prozent der Stimmen (432707 Stimmen)
gewählt.
Geographie
Recife liegt am
Capibaribe, der hier nach rund 240 Kilometern in den Atlantik
mündet. Weitere Flüsse und ein Kanal prägen
das Stadtbild. Das historische Zentrum befindet sich auf zwei Inseln,
die nur wenige Meter vom Festland entfernt sind. Die Bezeichnung
„Venedig des Südens“ kann so zwar
nachvollzogen werden, ist aber dennoch übertrieben.
In der näheren Umgebung gibt es weitere kleinere
Flüsse. Die Umgebung ist nicht zuletzt deswegen recht
fruchtbar. Dort wird unter anderem viel Zuckerrohr angebaut. Nach
wenigen Kilometern erreicht man die ersten Hügel des
brasilianischen Berglandes. Das Hinterland von Recife ist dadurch recht
ansprechend.
Der Name der Stadt bedeutet „Riff“: Parallel zur
Atlantikküste ziehen sich Muschel- und Korallenriffe hin. Sie
bremsen die Wellen ab und bieten so einen Schutz. Gemeinsam mit dem
Strand bilden sie ein natürliches Becken, das zum Schwimmen
wegen des ruhigen Wassers hervorragend geeignet ist.
Zum größeren Stadtgebiet Recifes zählen
auch die Städte Jaboatão dos Guararapes, Olinda,
Paulista, Abreu e Lima, Igarassu, Camaragibe, Cabo de Santo Agostinho
und São Lourenço da Mata.
Sehenswürdigkeiten
Die Insel Ilha Joana
Bezerra beherbergt die Altstadtviertel Santo Antônio und
São José. Dort befinden sich der
Palácio das Princesas, das klassizistische Teatro Santa
Isabel, die 1697 erbaute Igreja da Ordem Terceira de São
Francisco und das wichtigste sakrale Bauwerk, die kleine
„Goldene Kapelle“ (capela dourada).
Auf dem Festland befindet sich das Museu do Homem do Nordeste, welches
durch den Soziologen und Anthropologen Gilberto Freyre
gegründet wurde und die Kolonialgeschichte und Kultur des
Nordostens dokumentiert: Sklaverei, Zuckerherstellung, Handarbeit,
Folklore, Bekleidung, Musik. Das Museu do Estado de Pernambuco
enthält
Kunstgegenstände und Möbel aus der Kolonial- und
Kaiserzeit Brasiliens. In Recife befindet sich die 1636
gegründete Kahal-Zur-Israel-Synagoge. Es ist die
älteste Synagoge in der Neuen Welt.
Der letzte noch erhaltene Ankermast für Luftschiffe von
Zeppelin befindet sich im Stadtteil Jiquiá in der
Nähe der Metrô-Station Mangueira. Er wurde ab 1930
für den transatlantischen Verkehr genutzt. In den letzten
Jahren wurde er mehrfach restauriert und soll in ein Landschaftsprojekt
der Stadtverwaltung von Recife eingebunden werden.
Der größte Strand der Stadt, Praia da Boa Viagem,
ist das Tourismuszentrum Recifes und mit seinen ausgezeichneten
(Fisch-)Restaurants auch ein beliebter Treffpunkt.
Das Casa da Cultura ist ein ehemaliges Gefängnis. In den 150
Zellen sind heute kleine Kunsthandwerksbetriebe untergracht die hier
ihre Waren vor allem an Touristen verkaufen.
In der Nähe von Recife befindet sich die Olinda
(Weltkulturerbe der UNESCO).
Strände
Recife ist für
seine traumhaften Strände berühmt. Der bedeutendste
Strand in der Stadt selbst ist jener von Boa Viagem. Strände
in der Nähe der Stadt sind:
* Gaibu und Calhetas (40 km
südlich)
* Porto de Galinhas, Ipojuca, Pernambuco
(60 km südlich)
* Tamandaré, Barreiros,
Pernambuco (110 km südlich)
* Itamaracá, Pernambuco (40
km nördlich)
* Maragogi, Alagoas (150 km
südlich)
* Praia de Pipa, Rio Grande do Norte
(280 km nördlich)
* Tambaba, Conde, Paraíba
(115 km nördlich)
* Saô José da Coroa
Grande (30 km südlich)
Pernambuco
Pernambuco
ist ein Bundesstaat im Nordosten Brasiliens mit der Hauptstadt Recife.
Das Territorium Pernambucos hat eine Ausdehnung von ca. 99.000
km² und ist damit etwa vergleichbar mit der
Größe Portugals.
Der Bundesstaat ist landwirtschaftlich dominiert, besonders wichtig
sind der Anbau von Zuckerrohr und Maniok.
Geschichte
Pernambuco wurde als Capitania (Kapitanat, eine Art Provinz im
brasilianischen Kolonialreich Portugals) gegründet.
König João III. unterstellte es Duarte Coelho,
einem portugiesischen Edelmann, der schon bei der Kolonisierung Indiens
viele Erfahrungen gesammelt hatte. Er trieb die wirtschaftliche
Entwicklung des Landes mit Anbau von Zuckerrohr voran. Pernambuco war
auch eines der wenigen prosperierenden Kapitanate.
Seit 1534 war die Region unter portugiesischer Herrschaft mit einem
kurzen Zwischenspiel der Holländer von 1630 bis 1654. Bis zum
Beginn des 19. Jahrhunderts hatte sie eine hohe Bedeutung als
Zuckerexporteur. Seitdem war Pernambuco Schauplatz mehrerer Revolten
und seine Bedeutung ging stetig zurück. Heute gehört
dieser Bundesstaat zu den ärmsten Brasiliens.
Städte
Die größten Städte des Bundesstaates sind
mit ihren Einwohnerzahlen vom 1. Juli 2004:
* Recife – 1.486.869
* Jaboatão dos Guararapes
– 630.008
* Olinda – 381.502
* Paulista – 288.273
* Caruaru – 274.124
* Petrolina – 247.322
* Cabo de Santo Agostinho –
166.286
* Camaragibe – 143.732
* Garanhuns – 125.141
* Vitória de Santo
Antão – 117.609
* Abreu e Lima – 95.198
* São Lourenço da
Mata – 92.732
* Igarassu – 89.342
* Araripina – 76.189
* Goiana – 74.782
* Belo Jardim – 72.823
* Gravatá – 70.243
* Serra Talhada – 70.179
* Santa Cruz do Capibaribe –
69.677
* Carpina – 68.341
* Ipojuca – 66.390
* Arcoverde – 61.600
* Bezerros – 60.058
Quelle Wikipedia