Der
Nordosten wird auch »Goldküste« genannt
und umfasst die
Bundesstaaten Bahia, Sergipe, Alagoas, Pernambuco, Paraíba,
Rio Grande
do Norte, Ceará, Fernando de Noronha, Piaui und
Maranhão. 42,8 Mio.
Einwohner leben auf ca. 1.600.000 qkm. Die Region ist bekannt
für
historische und folkloristische Traditionen sowie für
wunderschöne
Strände.
Salvador,
die Hauptstadt Bahias, war einst die bedeutendste Stadt Brasiliens.
Heute ist sie Zentrum des Candomblé,
des wichtigsten afrobrasilianischen Kultes des Landes. Salvador besteht
aus einer Unterstadt, die auf der Höhe des Meeresspiegels
liegt und
einer Oberstadt, die zu Fuß über Treppen oder per
Aufzug erreichbar
ist. In der Unterstadt befindet sich Salvadors sehenswerter
Kunstgewerbemarkt, der Mercado
Modelo. Häufig in der
Unterstadt anzutreffen sind die Capoeira-Tänzer.
Capoeira ist ein Kampftanz, der ursprünglich von Sklaven
entwickelt
wurde. Der Tanz ist sehr beeindruckend, er wird von den Berimbaus
(Ein-Saiten-Instrument) begleitet. In der Oberstadt schmücken
unzählige
Kirchen das Stadtbild. Das Kloster São
Francisco de Assis und die
Kirche Nosso Senhor do Bonfim
sind besonders eindrucksvoll. Die Altstadt von Salvador wurde von der
UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Der Karneval in Salvador ist ein
unvergessliches Erlebnis. Hervorragende Strände
säumen die Stadt. Auf Itaparica
erwarten den Besucher einsame, von Palmen gesäumte
Strände. Die Insel
kann man von Salvador aus mit der Fähre erreichen (Fahrzeit 40
Min.).
Prunkvolle Kirchen und Kolonialbauten sind typisch für die
Städte Ilhéus,
Pôrto Seguro
und Aracaju.
Pôrto Seguro
ist von besonderer historischer Bedeutung: Hier setzte Pedro
Álvares
Cabral, der Entdecker Brasiliens, im Jahre 1500 zum ersten Mal seinen
Fuß auf brasilianischen Boden. Der Serra
da Caivara Nationalpark
im Bundesstaat Piaui zählt ebenfalls zu den acht
UNESCO-Kultur- und
Naturdenkmälern in Brasilien und bietet zahlreiche
interessante
Gesteinsformationen und bis zu 25.000 Jahre alte
Höhlenmalerei. In Maceió
wird
man in die Kolonialzeit zurückversetzt. Ganze Stadtteile sind
erhalten
geblieben und zeichnen sich durch ihre weißen Häuser
mit roten
Ziegeldächern aus. Zahlreiche Kanäle und Wasserwege
führen durch Recife,
dem »Venedig Brasiliens«. Recife war bis 1677 unter
niederländischer Herrschaft. Die Insel Itamaracá
ist mit dem Festland durch eine Brücke verbunden. Das Fort
Orange wurde 1631 von den
Holländern erbaut. In der Stadt Caruaru
ist fast jeder ein Künstler. Nach UNESCO-Angaben ist es das
größte
Zentrum für Folklorekunst Südamerikas. In der
Karwoche findet im nahe
gelegenen Fazenda Nova
das jährliche Passionsspiel statt.
Bauwerke aus der Kolonialzeit, erholsame Strände und
ausgezeichnetes
Kunsthandwerk zeichnen die Städte Olinda,
Natal,
João Pessoa,
Fortaleza,
Teresina
und São Luis
aus. Die Strände in Ceará Richtung Süden
bieten riesige Sanddünen. In der Nähe der Kleinstadt
Campina Grande befindet sich Ingá
Rock, der geheimnisvolle
Inschriften aufweist. Archäologen sind der Meinung, dass sie
von phönizischen Seeleuten stammen.
Der mittlere Westen
-
Die Bundesstaaten
Goiás, Mato Grosso und Mato Grosso do Sul umfassen
ein Gebiet von 1.900.000 qkm und haben ca. 8 Mio. Einwohner. Hier
fließt der Araguaia durch riesige Sümpfe.
Ausgedehnte Plantagen und
große Rinderherden bestimmen das Landschaftsbild.
Die Hauptstadt Brasília
(seit
1960) wurde auf die Veranlassung des damaligen Präsidenten
Kubitschek,
weitab von anderen bewohnten Gegenden auf einer riesigen Urwaldrodung
von den Architekten Lúcio Costa und Oscar Niemeyer gebaut
und ist
weithin bekannt für ihre futuristische Architektur. Allgemein
wird die
Stadt als die »modernste Hauptstadt der Erde«
gefeiert. Ihr Grundriss
hat die Form eines Flugzeuges. Die Kathedrale
Niemeyers liegt zum
Großteil unterirdisch und bietet bis zu 40.000
Gläubigen Platz. Besonders eindrucksvoll sind die Praça
dos Três Poderes, der Pálacio
do Planalto und das
Gebäude des Nationalkongresses.
Goiánia,
200 km weiter südwestlich gelegen, dient als Ausgangspunkt
für Ausflüge zum Rio
Araguaia, zur Bananal-Insel
und zu den Thermalquellen von Caldas
Novas. Pantanal,
das größte Umweltschutzgebiet in Brasilien, liegt im
Mato Grosso. Der Rio Araguaia ist
als Anglerparadies bekannt. Er hat die größte Anzahl
von Fischarten
weltweit. Man kann ein- oder zweiwöchige Kreuzfahrten auf so
genannten Boatels
(schwimmenden Hotels) buchen.
Der Südosten
-
Die Bundesstaaten
São Paulo, Rio de Janeiro, Minas Gerais und Espirito
Santo umfassen ein Gebiet von 900.000 qkm mit ausgezeichneter
Infrastruktur und ca. 65,6 Mio. Einwohnern. Hotels, historische
Stätten
sowie erstklassige Badeorte machen den Südosten zu einem
wunderbaren
Urlaubsgebiet.
Rio de Janeiro
war 125 Jahre lang Hauptstadt
Brasiliens und gilt wohl zu Recht als eine der schönsten
Städte der
Welt. Die Brasilianer sagen: »Gott erschuf die Welt in 6
Tagen, am 7.
erschuf er Rio«. Rio liegt idyllisch zwischen den Bergen am
Meer. Es
gibt zahlreiche Buchten, kleine Inseln, Felsen und schöne
Strände, wie
z. B. die berühmte Copacabana
oder Ipanema
und Leblon.
Der 370 m hohe Pão
de Açúcar (Zuckerhut)
bietet eine wunderbare Aussicht. Der Corcovado
ist das Wahrzeichen Rios: Auf dem Gipfel seiner 713 m ragt seit 1931
die 40 m hohe Christus-Statue, die im Oktober 2006 zu ihrem 75.
Geburtstag zur Heiligenstätte erklärt wurde. Ganz
besonders zu
empfehlen ist der Botanische
Garten, der in der Kaiserzeit
(1808) eingeweiht wurde. Eine Allee mit über 30 m hohen Palmen
und die
gesamte Anlage mit 7000 verschiedenen Pflanzenarten versetzen die
Besucher in Staunen. Die Stadt pulsiert, ganz besonders zur
Karnevalszeit. Zahlreiche Sambaschulen stehen begeisterten Teilnehmern
zur Verfügung. Es gibt etliche sehenswerte Museen, Theater und
andere
kulturelle Einrichtungen.
São Paulo
ist das wichtigste
Industrie- und Handelszentrum Brasiliens und mit 9 Mio. Einwohnern eine
der größten Städte der Welt. São
Paulo bietet die besten Geschäfte des
Landes und ein faszinierendes Nachtleben. Das internationale Flair ist
beeindruckend: Nach amerikanischem Frühstück kann man
sein Mittagessen
in einem japanischen Restaurant geniessen, dann auf feine englische Art
den Fünfuhrtee zu sich nehmen, Cocktails in einer
französischen Bar
trinken, im russischen Restaurant zu Abend essen und
schließlich den
Klängen eines Wiener Orchesters lauschen. Im MASP
(Museo
de Arte de São Paulo)
kann man eine international bekannte Sammlung impressionistischer
Malerei bewundern, darunter Werke von van Gogh und Degas.
Belo Horizonte,
die Hauptstadt von Minas Gerais, wurde nach dem Vorbild von Washington
DC erbaut und bietet Zugang zu allen Kolonialstädten. Im
Goldrausch des
18. Jahrhunderts schossen Städte wie Ouro
Preto in Minas Gerais wie Pilze
aus dem Boden. 1980 wurde sie von der UNESCO zum Weltkulturerbe
erklärt. Petrópolis,
Teresópolis und
Nova Friburgo sind
nur einige der zahlreichen Kurorte.
Der Süden
-
Die Bundesstaaten Rio
Grande do Sul, Santa Catarina und Paraná umfassen
ein Gebiet von 577.800 qkm mit 22,8 Mio. Einwohnern. Das angenehme
Klima hat zahlreiche europäische Emigranten angezogen,
insbesondere
Deutsche und Italiener.
Rio Grande do Sul ist einer der reichsten Bundesstaaten Brasiliens. In Pôrto
Alegre,
der Hauptstadt, gibt es gute Museen und ausgezeichnete Kunstgalerien.
Die Stadt liegt in einer überaus reizvollen Landschaft. Die
meistbesuchten Strände des Südens sind in Tramandai
(126 km von Pôrto
Alegre entfernt) und Torres (209
km entfernt) zu finden. Die Berge Gramado
und Canela
sind ebenfalls beliebt. Im
Bundesstaat Santa Catarina, dessen Hauptstadt Florianópolis
auf einer Insel liegt, sind die
besten Strände in Laguna,
Itapema
und Camboriú.
Die Hauptstadt ist mit dem Festland durch zwei Brücken
verbunden. In der Nähe findet man die
»deutschen« Städte Blumenau,
Brusque und
Joinville.
Im Staat Paraná wird
fast ausschließlich Kaffee angebaut. Die Bahnfahrt von der
Hauptstadt Curitiba nach
Paranaguá ist
ein Erlebnis. Weitere interessante Sehenswürdigkeiten sind Vila
Velha (»Steinerne
Stadt«) und die berühmten Foz
do Iguaçu. Die Iguaçu-Wasserfälle
entstehen durch das Zusammentreffen der Flüsse
Paraná und Iguaçu, 275
Wasserfälle stürzen aus 60 m in die Schlucht und
erzeugen dabei eine 30
m hohe Gischt. Boote fahren an die Wassermassen heran,
Hubschrauberrundflüge ermöglichen den besten Anblick
aus nächster Nähe.