Brasilien
- Wirtschaftsprofil
Wirtschaft
Wichtige
Wirtschaftszweige
Brasilien ist das
fünftgrößte Land der Welt und hat die
größte Volkswirtschaft Lateinamerikas. Es
verfügt über reiche Ressourcen wie
Bodenschätze, Wasserkraft, Arbeitskräfte und gute
Bedingungen für die Landwirtschaft. Ein Großteil der
Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig, aber
auch die herstellende Industrie (Nahrungsmittel, Metallverarbeitung,
Maschinen- und Autobau, Textilien, Schuhe) und der Bergbau spielen eine
bedeutende Rolle. 2005 betrug der Anteil der Landwirtschaft am
Bruttoinlandsprodukt (BIP) 10 %, des Dienstleistungssektors rund 51 %
und der verarbeitenden Industrie 39,4%.
Brasilien steht in der Weltrangliste der landwirtschaftlichen
Exporteure an zweiter Stelle. Vor allem Kaffee, Sojabohnen,
Orangensaft, Zucker, Kakao, Geflügel und Rindfleisch werden
ausgeführt. Außerdem werden Sisal, Tabak, Mais und
Baumwolle angepflanzt. Die industrielle Produktion konzentriert sich
auf die Herstellung von Maschinen, elektrischen Geräten,
Baumaterialien, Gummi, Chemikalien und Fahrzeugen. Eisenerz, Bauxit,
Gold, Titan, Mangan, Kupfer und Zinn werden in großen Mengen
abgebaut – Brasilien zählt zu den wichtigsten
globalen Rohstofflieferanten und ist der größte
Eisenerz-Exporteur der Welt. Bis auf Öl liefert das Land fast
jeden an den Terminmärkten gehandelten Rohstoff. Obwohl immer
mehr Erdöl gefördert wird, muss der riesige Bedarf
durch saudi-arabische Importe gedeckt werden.
Wirtschaftslage
Zwischen 2001 und 2003
verzeichnete die brasilianische Wirtschaft nur ein Wachstum von
durchschnittlich 1,1%, weil das Land in dieser Zeit gleich mehrere
nationale und internationale wirtschaftliche Krisen erlitt.
Überstanden hat Brasilien die Krisen durch die vom
früheren Präsidenten Cardoso 1994 eingeleitete und
von Präsident Lula da Silva fortgesetzte Wirtschafts- und
Finanzpolitik. Die drei Säulen dieser Politik sind die
Verminderung der Inflation, ein rigoroses Sparprogramm sowie freie
Wechselkurse, die die Auswirkungen von Dollarkursschwankungen auf die
Konjunktur verhindern. 2004 schließlich bescherte der
Exportboom Brasilien ein außergewöhnlich gutes
Wachstum von mehr als 4 %. 2004 konnte auch das Haushaltsdefizit auf
ein Rekordtief gesenkt werden. 2005 stieg der Exportboom sogar noch
weiter an. Weitere positive Entwicklungen waren in 2004 und 2005
sinkende Arbeitslosenzahlen und gleichzeitig steigende Realeinkommen.
Die Wachstumsrate sank in 2005 jedoch auf 2,4 %. Dennoch konnte die
Staatsverschuldung noch weiter reduziert werden und die Inflationsrate
sank Ende 2005 auf 5,7 %, Ende 2004 lag sie noch bei 7,6 %.
Wirtschaftspolitik
Ein mittelfristiges Ziel von Präsident Lula da Silva ist, die
schlechte Infrastruktur zu verbessern. Kaputte Häfen,
Straßen und Schienennetze sollen modernisiert werden, um den
reibungslosen Transport von einem immer größer
werdenden Warenfluss in Zukunft gewährleisten zu
können.
Die Handelsbeziehungen mit China (VR) sowie mit der Russischen
Föderation, Indien, Südafrika und einigen arabischen
Ländern sollen intensiviert werden, um die
Abhängigkeit von den jetzigen Haupthandelspartnern USA und EU
zu vermindern.
Handelspartner
Die wichtigsten Außenhandelspartner Brasiliens waren 2004 die
USA, Argentinien, die Niederlande, China (VR), Deutschland und Mexiko.
Mitgliedschaft in
internationalen Organisationen
Brasilien ist Mitglied in den
regionalen Wirtschaftszusammenschlüssen ALADI
und Mercosur
(südamerikanische Freihandelszone).
Umgangsformen
Anzug und Krawatte bzw.
Kostüm oder Kleid sind angebracht. Termine (möglichst
mit gleichrangigen Partnern) sollten im Voraus vereinbart werden;
Visitenkarten sind üblich. Geschäftszeiten:
Mo-Fr 09.00-18.00 Uhr.
Kontaktadressen
Brasilianisch-Deutsche
Handelskammer (Büro
Rio de Janeiro)
Avenida Graca Aranha, 1-6 andar, 20030-002 BR-Rio de Janeiro - RJ
Tel: (021) 22 24 21 23. Fax: (021) 22 52 77 58.
E-Mail: info@ahk.com.br
www.ahk.com.br
Es gibt weitere AHK-Niederlassungen u.a. in Porte Alegre und Sao Paulo.
Lateinamerikanische
Handelskammer in der Schweiz
Talstrasse 11, CH-8001 Zürich
Tel: (044) 272 08 52. Fax: (044) 219 79 15.
E-Mail: admin@latcam.ch
www.latcam.ch
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